Schöne Nicht Doch Photos
Gute nicht doch Photos:
Carriage ride in mist

Bild von h.koppdelaney
The Coach
HKD
Trübes Wetter, trüber Geist…
Es war ein mit Nieselregen und Nebel verdunkelter Septembertag, doch das Zugabteil war für meine Verhältnisse leicht überheizt, Die drei jungen Frauen, die mir gegenübersaßen jedoch fröstelten scheinbar , und eine von ihnen nieste in Abständen, während sie über die Kutschfahrt mit ihrem Onkel Leopold sprachen.
Diese hatten sie sich offensichtlich bei schönem Wetter vorgestellt und nicht an einem Tag, der nie richtig hell geworden war, vielmehr selbst um die Mittagszeit noch, als sie mit der Kutsche wieder zum Stall kamen, trüb und zwielichtig war. Wohl ebenso zwielichtig war Leopold, der mit seinen Qualitäten prahlte und von den Geschäften sprach, die ihn zum Alleinbesitzer eines Schuhgroßhandels werden ließen.
„Er hat mir einfach auf mein Knie gepackt, als ich die Zügel in der Hand hielt!“ Die junge Frau nieste anschließend und meinte, sie habe sich die ganze Zeit über diesen Typ geärgert, der zwar ihr Onkel sei, doch dadurch nicht das Recht habe, sie zu betatschen. Und außerdem habe er sein Haus an der Nordsee verkaufen müssen, weil er mit Aktienspekulationen eine Menge Geld verloren habe. Jedenfalls stimme nicht einmal die Hälfte, was er da so erzähle, schließlich wisse sie das alles von seiner Tochter.
„Ja“, bestätigte die etwa Fünfundzwanzigjährige Cousine und unterbrach die Handhabung ihres E-Books. „Er ist ein Großkotz wie er im Buche steht.“
Ich wurde Zeuge, wie alle drei ihren Onkel in Grund und Boden verdammten und fragte mich gerade, warum sie sich auf eine Kutschfahrt mit diesem für sie ekelhaften Mann eingelassen hatten, da hörte ich die Brünette sagen, dass es sie reize, mit seiner Dummheit zu spielen, man könne ihn so leicht aufs Glatteis führen.
„Er hat mir tatsächlich abgenommen, dass ich das Auto von Mama kriege, wenn sie sich ein neues kauft Wenn Mama sich was leisten kann, will er immer wissen, woher sie das Geld hat.“
Alle lachten. Es schien ein Geheimnis zu sein, wie ihre Mutter das Geld verdiente, denn ich wusste nicht, was daran so komisch sein sollte.
Scheinbar hatte Leopold keine Ahnung, was seine Schwester so trieb. Sie war ihm ein Dorn im Auge, denn sie machte sich über seine Spießigkeit lustig, und dass er der konservativen Partei angehörte, verhöhnte sie öffentlich. Als alleinerziehende Mutter hatte sie zwei Kinder von zwei verschiedenen Männern großgezogen und gehörte einer alternativen Partei an in der sie sich sehr engagierte.
„Sandra ist wirklich gestraft mit so einem Vater“, sagte die Brünette, die nicht vergaß daran zu erinnern, warum vor zwei Jahren seine Sekretärin gekündigt hatte.
Und nun beschäftigten sich die drei mit den Problemen Sandras, und die Sorgen die man sich machte gaben Anlass, ihr eine SMS zu schreiben und sie zu einem Kaffe einzuladen. Auch wurde beschlossen, ihr Mut zu machen, endlich ihre eigene Position zu vertreten, schließlich habe sie als Tochter auch Rechte.
Es ist üblich über andere Menschen herzuziehen. Auf unzähligen Fahrten hörte ich immer wieder, wie auf den Schwierigkeiten anderer herumgeritten wurde.
Auch ich kenne die Neigung, andere auf meine Seite zu ziehen, um einen anderen Menschen zum allgemeinen Objekt des Angriffs zu machen.
Doch erst in reiferem Alter wurde mir bewusst, wie sehr diese lästernde Einstellung meinen Geist verschlossen hielt und vom Sein im Augenblick ablenkte. Hinter der lästernden Haltung stecken Projektionen eigener Schwächen auf andere. Die Cousinen beklagten Leopolds Gerede und vergaßen, dass sie eben genau dieses selbst taten.
Ganzheit erfordert Integration und eine Öffnung des Geistes besonders für die eigenen Schwächen, so auch für das Lästern. Auch ich verurteile, auch ich etikettiere, verachte und lästere, und weil ich das weiß, kann ich in den meisten Fällen das Spinngewebe aus Arroganz, Neid und Stolz erkennen, das ich da spinne.
Ich bemerke, wie die Schadenfreude mich erfasst, wie das Gefühl in mir wirkt und was es mit mir macht. Ich spüre die Genugtuung, wenn es auch anderen schlecht geht und finde mich für ein paar Augenblicke großartiger als der Rest der Welt.
Doch die Verbesserungen meiner Stimmung auf dem Rücken anderer beruhen auf Täuschung. Sie sind nicht nur kurzfristig, sie sind auch schal und unecht. Doch das Ego-Bewusstsein braucht diese Täuschung, daher ist sie für das Leben im Alltag durchaus angebracht.
Wenn es aber um die Befreiung des Bewusstseins geht, bedarf es einiger Erkenntnisschritte und schließlich der Erfahrung des ungetrübten Bewusstseinszustandes um zu erkennen, dass wahres und stabiles Selbstbewusstsein auf Selbsterkenntnis beruht.
Zu dieser Selbsterkenntnis gehört das Aufdecken des Lästerns als eine der niederen Funktionen des unbewussten, vernebelten Geistes.
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Bild von Benutzer:Conny
Nachdem ich den kleinen Tigerkäfer beim Mittagspäuschen gefunden hatte, woltle ich natürlich gleich wissen wie er richtig heißt – doch leider nichts gefunden
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Horizontale

Bild von all martn
Kurz eingeschobene Runde über die Wöllmisse in die Kernberge. Nur, damit ich nicht vergesse, was es da doch für tolle Trails gibt. Demnächst hoffentlich mal wieder ausführlich und mit Gesellschaft.
Dieser Beitrag ist vom 27.01.2012 um 11:08 und gespeichert in Nicht doch. Sie können die Kommentare per RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen trackback setzen.


















































































Danny Holleman 27.01.2012 um 12:21
Looks realy good, like a (good) movie still.